• Hartweizen, eine spezielle Weizensorte, die im Norden Mexikos angebaut wird, wird für Nudeln und Couscous verwendet – Lebensmittel, die kein typischer Bestandteil der mexikanischen Küche sind.
  • Da die Nachfrage in Mexiko gering ist und nur eingeschränkter Zugang zum Weltmarkt besteht, verkaufen die Landwirte ihren Hartweizen zu einem Bruchteil seines Werts als Viehfutter.
  • Um den Landwirten den Verkauf ihres Hartweizens auf dem Weltmarkt zu ermöglichen, schließt sich Cargill mit der landwirtschaftlichen Genossenschaft AOASS zusammen und teilt sein Wissen in den Bereichen Marketing und Transport.
  • Die mexikanische Regierung lobt die offene Partnerschaft und nutzt sie als Modell für Landwirte, die sich in freien Märkten anpassen und wachsen können.

Eine spezielle Weizensorte sorgt in Mexiko für Gewinne


Als Partner einer landwirtschaftlichen Genossenschaft teilt Cargill sein Fachwissen über die Lieferkette mit den Hartweizen-Bauern in Sonora.

Es mag überraschend sein, dass im Tal Valle del Yaqui in Mexiko hochwertiger Hartweizen angebaut wird. Das Tal im nordwestlichen Bundesstaat Sonora ist im Grunde eine Wüste. Doch dank Bewässerung bietet es ideale Bedingungen für den Anbau von Hartweizen, einer einzigartigen, proteinreichen Weizensorte, aus der Nudeln und Couscous entstehen – Gerichte, die man in der mexikanischen Küche normalerweise nicht findet.

Hartweizen ist ein wertvolles Lebensmittel, das jedoch anscheinend im falschen Teil der Welt wächst. Dort ist er reichlich vorhanden und sicher nützlich, doch kulturell gesehen gehört er nicht dorthin. Das Jahr 1998 bescherte den Landwirten im Valle del Yaqui ein Überangebot an Hartweizen, jedoch sehr wenige Abnehmer. Ein paar Jahre zuvor hatte die mexikanische Regierung den Getreidemarkt privatisiert. Dadurch mussten die Hartweizen-Bauern alle Exportrisiken – Finanzierung, Vermarktung und Transport – selbst tragen. Da sie auf diese Herausforderungen nicht vorbereitet waren, verkauften viele Landwirte ihr Getreide zu einem Bruchteil des tatsächlichen Werts an lokale Futtermärkte.

"Wir sind in der Lage, Marktanalysen und logistisches Fachwissen zu bieten, die die Landwirte hier anderweitig kaum erhalten können."

– Ben Smith, Bereichsleiter Getreide, Cargill Northwestern Mexico

Gleichzeitig suchte Cargill nach Möglichkeiten, in Mexiko Getreide zu kaufen und zu exportieren. Das für seine globale Präsenz bekannte Unternehmen erkannte das Potenzial von Hartweizen in anderen Lebensmittelmärkten. Doch Cargill hatte Schwierigkeiten, in der eingeschworenen Gemeinschaft Beziehungen aufzubauen. Ben Smith, Cargill-Bereichsleiter Getreide in Nordwestmexiko, erklärt: "Die Kultur hier basiert auf tief verwurzelten Sitten und Gebräuchen. Es war nicht einfach, die Landwirte davon zu überzeugen, Geschäfte mit einem großen amerikanischen Unternehmen zu machen, das hier Fuß fassen wollte."

Um das Vertrauen der Hartweizen-Bauern zu gewinnen, bemühte sich Cargill um eine Partnerschaft mit der Asociación de Organismos de Agrícultores del Sur de Sonora (AOASS), einem Zusammenschluss von sieben Genossenschaften im Besitz der Landwirte. Die AOASS stimmte einer versuchsweisen Transaktion über 120.000 Tonnen Hartweizen zu, um zu sehen, ob Cargill der richtige Partner war.

Nachdem Cargill den Weizen vermarktet und verkauft hatte, bot das Unternehmen einen vollkommen transparenten Einblick in die Transaktion: Der Umgang mit Risiken, die angewandten Taktiken für Marketing und Transport sowie die von Cargill erzielte Marge wurden offengelegt. Durch diese Ehrlichkeit verdiente Cargill sich den Respekt der AOASS und beide schlossen eine langanhaltende Partnerschaft. Die Zusammenarbeit zielte darauf ab, Hartweizen auf Märkte in der ganzen Welt zu bringen, die Landwirte von den Problemen und Verpflichtungen beim Export zu befreien und gleichzeitig ihre Einkommen zu erhöhen.

Seit mehr als zehn Jahren unterstützt Cargill mexikanische Hartweizen-Bauern beim Export von 500.000 Tonnen Hartweizen pro Jahr. Die Rentabilität steigt dabei jährlich um mehr als 3 Millionen Dollar. Die Partnerschaft wurde von der mexikanischen Regierung gelobt und dient heute als Modell für die Landwirte des Landes, da sie veranschaulicht, wie durch Partnerschaften zum gegenseitigen Vorteil und die strategische Nutzung des freien Marktes große Gewinne erwirtschaftet und Menschen auf der ganzen Welt ernährt werden können.